Geschichte
Geschichte des Verbandes
Die 30er Jahre
Die Gründung des Skiverbandes im Jahre 1936 hat ihren Ursprung wenige Jahre zuvor. Bereits im Jahre 1934 stiftete der Schaaner Verkehrsverein einen Wanderpreis für einen Stafettenlauf. Im selben Jahr zum ersten Mal ausgetragen, entwickelte sich dieser Wettbewerb zu der heute als „klassisch“ zu bezeichnenden Josefi-Stafette. Die erste Olympia-Teilnahme im Jahre 1936 bildete, wie es sich später herausstellen sollte, ein Schlüsselereignis im liechtensteinischen Sport. Sie führt mehr oder weniger zur Gründung des Landessportverbandes und des Skiverbandes.
Die grosse Stunde schlug dann gegen Ende des selben Jahres. Am 11. Dezember 1936 wurde der Liechtensteiner Landessportverband und damit zugleich auch der Liechtensteinische Skiverband gegründet. Bereits im selben Winter organisierte der Skiverband die ersten Landesmeisterschaften. Diese hatten das Ziel, dem neu gegründeten Verband einen ersten Aufschwung zu geben.
Die 40er Jahre
Schon zu Beginn dieses Jahrzehntes fanden im Malbun zahlreiche Rennen statt, obwohl es noch keine Liftanlage gab. Deshalb setzte sich der Skiverband das Ziel, auch international Anschluss zu finden. Im Jahre 1944 wurde der Anschluss der LSV-Rennfahrer an den St- Galler-Oberländer Skiverband und damit auch in den Schweizerischen Skiverband in die Wege geleitet. Durch die Gleichstellung mit den schweizerischen Skiclubs erhielten die Athletinnen und Athleten die Möglichkeit, an diversen international besetzten Rennen teilnehmen zu können. Im Jahre 1949 wurde der LSV auch Mitglied des internationalen Skiverbandes (FIS). Damit erhielten Liechtensteiner Skisportler die Starterlaubnis an den von der FIS veranstalteten Rennen.
Die 50er Jahre
Bereits 1950 gehörte der Skiverband mit seinen 362 Mitgliedern zu den grössten Verbänden im Fürstentum Liechtenstein. Deshalb überrascht es nicht, dass der Wunsch nach einer Liftanlage in die Tat umgesetzt wurde. Am 2. Februar 1950 wurde der Skilift im Steg eingeweiht. Im Jahre 1953 begann auch die lange Liste von internationalen Erfolgen durch Liechtensteiner Athletinnen und Athleten. Franz Beck gewann in diesem Jahr das älteste Abfahrtsrennen der Welt, das „Robert of Kandahar“-Rennen in St. Moritz.
Die 60er Jahre
In den 60er Jahren wurden beim LSV neue Wege in der Jugendförderung beschritten. So wurden 1961 erstmals Jugendskikurse durchgeführt. Im Jahre 1963 wurden die Jugend-Meisterschaften erstmals ausgetragen. Diese kamen im Malbun zur Durchführung. Dort wurde am 11. Februar 1962 der erste Lift, der Hochecklift, feierlich eröffnet. Dies war die Geburtsstunde des Wintersportgebietes Malbun. Im Jahre 1965 war Liechtenstein erstmals an einem FIS-Kongress vertreten, der aus Anlass des 40-jährigen Bestehens der FIS in Rumänien durchgeführt wurde.
Im Jahre 1966 begannen wesentliche Neuerungen und Wandlungen im Skiverband. Der Langlauf-Wettbewerb wurde von den Landesmeisterschaften getrennt, worauf nun neben den Skimeisterschaften nun auch eine Langlaufmeisterschaft zur Austragung kam. Um die Spitzensportler gezielt fördern zu können, wurde 1966 eine feste Herren-Nationalmannschaft gebildet. Noch im selben Jahr wurde die Nationalmannschaft der Damen installiert.
Das Jugendwesen erfuhr 1969 einen Aufschwung, als die Skirennfahrer ihre Trainings nach den Richtlinien des Schweizer und Österreicher Skiverbandes ausrichten konnten. Im selben Jahr wurde zur Beseitigung der aktuellen finanziellen Probleme auch die „Aktion pro Ski“ gegründet.
Die 70er Jahre
In den 70er Jahren entwickelten sich verschiedene Athletinnen und Athleten zu Weltklassesportlern. So kam es, dass das Fürstentum Liechtenstein und mit ihm der LSV zu einer Ski-Grossmacht wurden. Schon an den Olympischen Spielen 1972 in Sapporo konnten drei Top-Ten-Klassierungen bejubelt werden. Nur zwei Jahre später wurde Hanni Wenzel die erste WM-Medaille in der Geschichte des Liechtensteiner Sports umgehängt. Dies war in St. Moritz im Slalom sogar die Goldene. Schon wenige Wochen zuvor durfte sie den ersten Weltcup-Sieg Liechtensteins verzeichnen. Sie gewann den Riesenslalom in Zell am See. Willi Frommelt kam an der WM in St. Moritz ebenfalls zu Medaillenehren. Er eroberte in der Abfahrt die Bronzemedaille.
Diese grossen Erfolge führten in der Saison 1973/74 zur Gründung des Skipools. Der Verband wollte dadurch eine international übliche Verdienstausfall-Regelung für die Aktiven sowie andererseits in Form von Poolgebühren auch für den Verband Geld einnehmen. Im Jahre 1976 wurden die Weltklasseleistungen auch an den Olympischen Spielen in Innsbruck fortgesetzt. Hanni Wenzel und Willi Frommelt gewannen jeweils im Slalom die Bronzemedaille. Dies waren zugleich die ersten Olympischen Medaillen für Liechtenstein.
Neben den Erfolgen bei den Alpinen versuchte der Skiverband auch den Bereich Nordisch vermehrt zu aktivieren. Im Jahre 1971 wurde ein Konzept hierfür ausgearbeitet und umgesetzt. Der Steg konnte sich dadurch zum Langlaufzentrum in Liechtenstein entwickeln. Im Jahre 1976 führte dies zur Gründung der Liechtensteiner Skiwander- und Langlaufschule im Steg.
Im Jahre 1978 wurden die herausragenden Erfolge an Weltmeisterschaften fortgesetzt. Das Liechtensteiner Team kehrte mit vier Medaillen aus Garmisch Partenkirchen zurück. Gold und Silber in Kombination und Riesenslalom für Andi Wenzel, Silber in der Kombination für Hanni Wenzel und jeweils Bronze für Paul in Willi Frommelt in Slalom und Riesenslalom. Im Langlaufbereich war Liechtenstein 1978 erstmals ein einer WM vertreten. Diese fand in Lahti statt.
Die 80er Jahre
Der krönende Höhepunkt der Erfolge der Athletinnen und Athleten des Skiverbandes war das Jahr 1980. Erstmals in der Geschichte des internationalen Skisports konnte ein Geschwisterpaar im selben Jahr den Gesamtweltcup für sich entscheiden. Hanni und Andi Wenzel gelang dieses Kunststück. Des Weiteren kehrten diese beiden Sportler mit vier Medaillen von den Olympischen Spielen in Lake Placid zurück. Gold für Hanni Wenzel in Slalom und Riesenslalom sowie Silber für Andi Wenzel im Riesenslalom. Damit hatte Liechtenstein erstmals eine Olympiasiegerin. An der Weltmeisterschaft 1982 in Schladming konnte Ursula Konzett im Riesenslalom eine Bronzemedaille erkämpfen. Von den Olympischen Spielen 1984 in Sarajevo kehrten Andi Wenzel und Ursula Konzett mit je einer Bronzemedaille zurück.
Das Jahr 1984 brachte aber auch einen Rückschlag mit sich. Der Schweizer Skiverband entschloss sich, die 17-jährige erfolgreiche Trainingsgemeinschaft mit dem LSV aufzulösen. Der LSV sah sich dazu gezwungen, eine eigene Trainingsstruktur im Spitzenrennsportbereich aufzubauen. 1985 war die glorreiche Ära beendet. Erstmals seit 1974 kehrten die Liechtensteiner Skisportler von einer WM ohne Medaille zurück.
Die 90er Jahre
Der Schweizer Skiverband erklärte sich wieder zur Zusammenarbeit und zur Gründung einer Trainingsgemeinschaft mit Liechtenstein bereit. Diese führte wieder zu grossen Erfolgen Liechtensteiner Skisportler. Es musste bis ins Jahr 1999 gewartet werden, bis Liechtenstein wieder eine WM-Medaille bejubeln durfte. Diese holte sich mit einem zweiten Rang Marco Büchel anlässlich der WM in Vail im Riesenslalom. Trotzdem gelang es Liechtensteiner Skisportlern immer wieder sich mit Erfolgen ins Rampenlicht zu hieven. Sowohl Achim Vogt wie auch Markus Foser konnten zu Beginn der 90er Jahre bei einem Weltcup-Rennen zu Oberst aufs Podest steigen.
Die zweite Hälfte der 90er Jahre stand jedoch im Zeichen des Aufbruchs im Bereich Langlauf. Markus Hasler und Stephan Kunz gelang das Kunststück, als erste Liechtensteiner Athleten im Langlauf Podestränge im Weltcup zu erzielen.
Die 90er Jahre standen auch im Zeichen der gezielten Jugendförderung in beiden Bereichen. Dies gewährleistet, dass Liechtenstein im alpinen und nordischen Wettkampf immer wieder von sich Reden machen kann.
Der Beginn des 21. Jahrhunderts
Im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts konnten die Erfolge in ähnlicher Art und Weise weitergeführt werden. Birgit Heeb-Batliner gelang im Jahre 2002 der erste Weltcupsieg seit Achim Vogt im Jahre 1994.
Marco Büchel feierte Weltcup Siege in 02/03 SG Garmisch / 05/06 DH Val Gardena / 06/07 DH Lake Louise / 07/08 SG Kitzbühl



