75 Jahre Liechtensteinischer Skiverband

Bilder zur Geschichte des Liechtensteinischen Skiverband

Geschichte

Fünf Jahrzehnte Weltcupsieg

Die 1930er Jahre –Gründung des Liechtensteinischen Ski Verbandes

Die erste Olympia-Teilnahme im Jahre 1936 bildete ein Schlüsselereignis im liechtensteinischen Sport. Sie führte mehr oder weniger zur Gründung des Landessportverbandes und des Skiverbandes. Am 11. Dezember 1936 wird der Liechtensteinischen Landessportverband und damit zugleich auch der Liechtensteinische Skiverband gegründet.

Die 1940er Jahre – Eintritt in den internationalen Skiverbandes (FIS)

Im Jahre 1944 wird der Anschluss der LSV-Rennfahrer an den St- Galler-Oberländer Skiverband und damit auch in den Schweizerischen Skiverband in die Wege geleitet. Durch die Gleichstellung mit den schweizerischen Skiclubs erhielten die Athletinnen und Athleten die Möglichkeit, an diversen international besetzten Rennen teilnehmen zu können. Im Jahre 1939 wurde der LSV auch Mitglied des internationalen Skiverbandes (FIS). Damit erhielten Liechtensteinische Skisportler die Starterlaubnis an den von der FIS veranstalteten Rennen.

Die 1950er Jahre – Erste Erfolge dank Franz Beck

Bereits 1950 gehörte der Skiverband mit seinen 362 Mitgliedern zu den grössten Verbänden im Fürstentum Liechtenstein. Im Jahre 1953 begann auch die lange Liste von internationalen Erfolgen durch Liechtensteinische Athletinnen und Athleten. So fuhr Franz Beck einige erfolgreiche Rennen und konnte so erste Erfolge für den Liechtensteinischen Ski Verband erzielen.

Die 1960er Jahre – Gründung der Damen- und Herren-Nationalmannschaft

In den 1960er Jahren wurden beim LSV neue Wege in der Jugendförderung beschritten. Im Jahre 1963 wurden die Jugend-Meisterschaften erstmals in Malbun ausgetragen. Im Jahre 1966 begannen wesentliche Neuerungen und Wandlungen im Skiverband. Der Langlauf-Wettbewerb wurde von den Landesmeisterschaften getrennt, worauf nun neben den Skimeisterschaften nun auch eine Langlaufmeisterschaft zur Austragung kam. Um die Spitzensportler gezielt fördern zu können, wurde 1966  sowohl eine Herren-Nationalmannschaft als auch eine Damen-Nationalmannschaft etabliert. Das Jugendwesen erfuhr 1969 einen Aufschwung, als die Skirennfahrer ihre Trainings nach den Richtlinien des Schweizer und Österreicher Skiverbandes ausrichten konnten. Im selben Jahr wurde zur Beseitigung der aktuellen finanziellen Probleme auch die „Aktion pro Ski“ gegründet, die bis heute die Athleten finanziell unterstützt.

Die 1970er Jahre – Medaillenregen für den LSV

In den 1970er Jahren entwickelten sich verschiedene Athletinnen und Athleten zu Weltklassesportlern. Im Jahr 1974 gewann Hanni Wenzel die erste Gold-Medaille bei einer Weltmeisterschaft in der Geschichte des Liechtensteinischen Sports. Schon wenige Wochen zuvor durfte sie den ersten Weltcup-Sieg Liechtensteins verzeichnen.  Ausserdem gewann Willi Frommelt in Abfahrt die Bronzemedaille bei der WM in St. Moritz. Im Jahre 1976 wurden die Weltklasseleistungen auch an den Olympischen Spielen in Innsbruck fortgesetzt. Hanni Wenzel und Willi Frommelt gewannen dort jeweils im Slalom die Bronzemedaille. Dies waren zugleich die ersten Olympischen Medaillen für Liechtenstein.  Neben den Erfolgen bei den Alpinen versuchte der Skiverband auch den Bereich Nordisch vermehrt zu aktivieren. Im Jahre 1976 führte dies zur Gründung der Liechtensteinischen Skiwander- und Langlaufschule im Steg.  Im Jahre 1978 wurden die herausragenden Erfolge an Weltmeisterschaften fortgesetzt. Das Liechtensteinische Team kehrte mit fünf Medaillen aus Garmisch Partenkirchen zurück. Gold und Silber in Kombination und Riesenslalom für Andi Wenzel, Silber in der Kombination für Hanni Wenzel und jeweils Bronze für Paul und Willi Frommelt in Slalom und Riesenslalom. Im Langlaufbereich war Liechtenstein 1978 erstmals ein einer WM vertreten.

Die 1980er Jahre – Krönender Höhepunkt und die Emanzipation des LSVs

Der krönende Höhepunkt der Erfolge der Athletinnen und Athleten des Skiverbandes war das Jahr 1980. Erstmals in der Geschichte des internationalen Skisports konnte ein Geschwisterpaar im selben Jahr den Gesamtweltcup für sich entscheiden. Hanni und Andi Wenzel gelang dieses Kunststück. Des Weiteren kehrten diese beiden Sportler mit drei Medaillen von den Olympischen Spielen in Lake Placide zurück. Gold für Hanni Wenzel in Slalom und Riesenslalom sowie Silber für Andi Wenzel im Riesenslalom. Damit hatte Liechtenstein erstmals eine Olympiasiegerin. An der Weltmeisterschaft 1982 in Schladming konnte Ursula Konzett im Riesenslalom eine Bronzemedaille erkämpfen. Von den Olympischen Spielen 1984 in Sarajevo kehrten Andi Wenzel und Ursula Konzett mit je einer Bronzemedaille zurück. Das Jahr 1984 brachte aber auch einen Rückschlag mit sich. So wurde die 17-jährige erfolgreiche Trainingsgemeinschaft mit dem Schweizer Skiverband im beidseitigen Einvernehmen aufgelöst.  Dies führte dazu, dass der LSV eigene Trainingsstrukturen im Spitzenrennsportbereich aufbauen musste. Dies führte dazu, dass der LSV zwar weiterhin Erfolge feiern konnte aber im Jahr 1985 erstmals seit 1974 bei einer WM keine Medaille gewinnen konnte.

Die 1990er Jahre – Erneute Zusammenarbeit mit dem Schweizer Skiverband für eine  erfolgreiche Zukunft im 21. Jahrhundert

Der Schweizer Skiverband erklärte sich wieder zur Zusammenarbeit und zur Gründung einer Trainingsgemeinschaft mit Liechtenstein bereit. Es musste allerdings bis ins Jahr 1999 gewartet werden, bis Liechtenstein wieder eine WM-Medaille bejubeln durfte. Diese holte sich mit einem zweiten Rang Marco Büchel anlässlich der WM in Vail im Riesenslalom. Trotzdem gelang es Liechtensteinische Skisportlern immer wieder sich mit Erfolgen ins Rampenlicht zu hieven. Sowohl Achim Vogt wie auch Markus Foser konnten zu Beginn der 1990er Jahre bei einem Weltcup-Rennen zu Oberst aufs Podest steigen. Die zweite Hälfte der 1990er Jahre stand jedoch im Zeichen des Aufbruchs im Bereich Langlauf. Markus Hasler und Stephan Kunz gelang das Kunststück, als erste Liechtensteiner Athleten im Langlauf Weltcup Podest Ränge zu erzielen. Die 1990er Jahre standen auch im Zeichen der gezielten Jugendförderung in beiden Bereichen. Dies gewährleistet, dass Liechtenstein im alpinen und nordischen Wettkampf immer wieder auf sich aufmerksam machen kann.

Das 21. Jahrhundert – Die Rückkehr der Erfolge

Die erfolgreiche Jugendförderung machte sich bereits zum Beginn des 21. Jahrhunderts bezahlt. Neben vielen Podestplätzen in Super-G und Abfahrt schaffte u.a. Birgit Heeb im Novmeber 2002 beim Riesenslalom in Park City den Weltcupsieg. Bei den Herren fuhr Marco Büchel einige erfolgreiche Rennen und hielt durch seinen Sieg im Januar 2008 in Kitzbühl vorübergehend den Rekord als ältester Siegers eines Weltcuprennens.  Auch das nächste Jahrzehnt im 21. Jahrhundert war äusserst erfolgreich. Im März 2013 gewann Tina Weirather ihren ersten Weltcupsieg im Super-G von Garmisch-Patenkirchen. Tina ist somit die erste Tochter einer ehemaligen Weltcupsiegerin, die ebenfalls einen Weltcup gewann. Durch den Sieg von Tina konnte der LSV bereits in fünf Jahrzehnten Siege im Weltcup erzielen, was unter der Berücksichtigung der geographischen Grösse einzigartig ist. Wir können daher zu Recht stolz auf unsere Athleten sein und wünschen Ihnen weiterhin eine erfolgreiche Zukunft.